Splitter

von Gerald Berghöfer

Wettkampftage

15. August - 6. Runde

Staatsmeister Baumegger knapp geschlagen


Holt sich der führende Niki Stanec den Staatsmeistertitel zurück?
Der Vorjahres-Staatsmeister Siegfried Baumegger muss seinen Titel wohl wieder abgeben - trotz einer guten Leistung und Pokerface unterlag er der Nr.1 und vorherigem Staatsmeister, Niki Stanec, knapp.

In einem zähen Kampf und der zweitlängsten Partie konnte Niki Stanec durch einen taktischen Schlag (Txd4) in der Zeitnotphase von Siegfried in ein besseres Endspiel abwickeln, Endspielkönner Niki wählte diesmal aber nicht den besten Weg und das Endspiel wurde noch knapp und spannend.

Nach der Partie erzählte Niki, dass er einen einfacheren Gewinnweg gehabt hätte, diesen aber nicht mehr durchführen konnte, weil dann dreifache Stellungswiederholung gewesen wäre. Vorher hätte es sogar mehrere Siegesstrategien gegeben.

Georg Danner zeigt sein Können


Stellung nach 18...0-0?


Stellung nach 49.h3?

Georg Danner war gegen seinen jungen Gegner, den aufstrebenden Fidemeister Mario Sandhu, im 18. Zug unaufmerksam (Diagramm 1). Mario erhielt nach der Abwicklung 19.Le7 Sxc6 20.dc6 Dxe7 21.cb7 einen mit seinem Läufer gedeckten Freibauern auf der 7.Reihe, und mit einem vollen Erfolg für Mario wurde unter den Zuschauern bereits gerechnet.

Aber dann zeigte sich das wahre Können von Georg: Er opferte eine Qualität für den Freibauern, wobei sein Läufer mitten am Brett grandios platziert wurde und verbesserte seine Stellung Nuance um Nuance.

In Folge drohte Georg immer wieder mit taktischen Einschlägen rund um den weissen König und im 49. Zug war es dann wirklich soweit. In der Diagrammstellung 2 spielte Sandhu 49.h3? und ermöglichte 49...Lxc3! 50.Txc3 Te5! und Weiss gab wenige Züge später auf.

Georg Danner liegt damit auf Rang 2.

Hermann Knoll kämpft sich auf Rang 3 vor

Christop Karner spielte mit den weissen Steinen auch heute wieder gut und eroberte gegen Hermann Knoll bereits 2 Bauern, als er unnötigerweise die Qualität opferte. Nach folgerichtiger Aktivierung der Türme durch Schwarz und beiderseitiger Bauernabräumerei ergab sich die Diagrammstellung.

Nach 48.Kc4? statt 48.Ka4 schlägt nach 49.Tbb3 das Mattnetz zu...


Stellung nach 48.Kc4?

Eva Moser besiegt IM Matt


Schwarz am Zug
Markus Matt gab mit den schwarzen Figuren gegen Eva Moser die Dame für Turm und Leichtfigur und kurz darauf entstand die interessante Diagrammstellung, die bereits für Schwarz am Zug verloren ist.
Es folgte 28...Kxf5 29.Df3+ Ke6 30.Dxg4 Kd6 31.b4! Ld4 und mit 32.c5+ verliert Schwarz noch eine Figur.

Eva liegt somit auf Rang 4.


Von Eva Moser ist noch viel zu erwarten!

Schneider-Zinner überspielt Wittmann


Harald Schneider-Zinner
Harald Schneider-Zinner überspielte nach seiner starken Leistung in der letzten Runde diesmal gar den erfahrenen Walter Wittmann. Aus einer Stellung mit einem Minusbauern wurde ein Mehrbauer. Allerdings wurde das langwierige Endspiel (längste Partie) von Harald nicht verwertet.

Schade, dass Harald nicht mehr für Nickelsdorf spielt, er wird dem burgenländischen Verein fehlen.

Erfolgreiche Burgenländer

Die neuen Klubkollegen bei Wulkaprodersdorf, Roland Schweda und Norbert Sommerbauer, lieferten sich ein Kurzremis, Roland liegt nun auf dem guten Rang 9.

Andreas Bachofner verlor.

Richard Stranz gewann.

Daniel Herbst remisierte rasch.

Martin Eder gewann, wie üblich mit Minusbauern, wieder.

Christian Bachofner setzte sich in einem Endspiel mit einem Mehrbauern durch.

Die 6 Burgenländer machten somit 4 Punkte!
Als BSV-Spitzenschachreferent freut mich die starke Leistung der burgenländischen Spitzenspieler.


Martin Eder siegt wieder!

Kurze Anmerkungen

Khaled Mahdy überlegt nach seinem neuerlichen Remis die Abreise.

Martin Neubauers Stellung brach nach einem falschen Zug wie ein Kartenhaus zusammen.

In der Diskussion nach der Partie von Baumegger gegen Stanec, bewies Bruno Steiner durch richtige Anmerkungen seine Stärke in Turmendspielen.

Blitzturnier

Beim Abends zuvor ausgetragenen "1. offenen Oberpullendorfer Blitzturnier 2002", das wie die Staatsmeisterschaften im Sporthotel Kurz stattfand, nahmen neben angereisten Spielerinnen und Spielern (vor allem aus dem Burgenland), auch einige Spielerinnen und Spieler der Staatsmeisterschaften teil.

Überraschenderweise konnte sich der junge Oberösterreicher Florian Sandhöfner (im Bild vierter von links) durchsetzen - Gratulation!

Endstand

Rg.   Name Elo LV Pkte BH
1 MK Sandhoefner Florian 2257 7 49
2 FM Schneider-Zinner Harald 2344 W 7 48
3 IM Neubauer Martin Mag. 2393 50½
4 MK Loidl Florian 2233 46½
5 FM Schweda Roland 2336 B 6 50½
6 FM Kummer Helmut 2347 W 6 50
7 FM Wegerer Fred Ing. 2225 St 6 45½
8   Schwaninger Wolfgang 2252 W 6 41
9 FM Roth Peter 2319 W 45
10 MK Hebesberger Thomas 2288 St 39½
11 FM Wallner Joachim 2327 W 5 49
12 ÖM Schein Karl-Heinz Mag. 2233 St 5 49
13 MK Stuhlik Marko 2244 5 45½
14 MK Stranz Richard DI. 2257 B 5 43½
15   Laschet Ewald 2072 St 5 43
16 MK Salamon Werner 2187 B 5 42½
17   Ferrari Josef 2212 T 5 41½
18 FM Neumeier Klaus 2332 5 39½
19   Wutzlhofer Robert 2134 B 5 37½
20   Fauland Peter 2222 St 49½
21 FM Sandhu Mario 2320 W 41
22   Glaser Gerhard 2088 W 38½
23   Neuberger Marco 1907 W 4 41½
24   Schleischitz Johannes 1740 B 4 39½
25   Jirovec Alfred Dr. 2007 B 4 35½
26 WFM Horvath Maria 2065 W 4 34½
27 WMK Lukan Dunja 2051 K 4 34
28   Karall Lorenz 2082 B 4 33
29 MK Kreindl Helmut 2218 W 40½
30   Bauer Horst 2157 B 36½
31   Koch Ewald 1995 B 32½
32   Rampler Evelyne 1608 B 3 40½
33   Rathmanner Anton 1697 B 3 36
34   Schleischitz Helmut 2113 B 3 32½
35   Jirovec Peter 1778 W 3 32
    Kiedler Stefan 1736 B 3 32
37   Tschida Verena 1680 B 1 30


14. August - 5. Runde

Stanec gewinnt wieder


Stellung nach 39.Se6!
Wie gut Dame und Springer im Angriff harmonieren, zeigte Niki Stanec in seiner Partie gegen Walter Wittmann.

Mit seinem Sieg übernimmt Niki Stanec nun mit 4 1/2 Punkten alleine die Führung, gefolgt von 5 Spielern mit 4 Punkten.

Längste Partie: Baumegger vs. Danner

Am längsten kämpften Siegfried Baumegger und Georg Danner gegeneinander - ob sich aber die Figurenhinundherschieberei vor der Zeitkontrolle einer der Spieler auswenig gemerkt hat, ist fraglich. Georg stand meist etwas besser, fand aber nichts konkretes.

Sommerbauer zeigt taktisches Motiv


Und nun: 15...Sxe4!
Ein schönes taktisches Motiv zeigte Norbert Sommerbauer mit den schwarzen Steinen gegen Eva Moser.

Nach 15...Sxe4 (Diagramm) bekommt Norbert 2 Bauern für die Figur und weitere Kompensation.

Nachdem 19...Sxg4 (19...exf3 20.Lxf3 Db8+! und Schwarz steht klar besser) nicht die beste Wahl war, wurde letztendlich ein Endspiel mit 3 Bauern für eine Figur daraus, das nach Verlust eines Bauern Remis endete.

Schneider-Zinner besiegt Neubauer

In der Diagrammstellung scheint der Bauer b7 wegen der Springergabel auf a5 unantastbar. Harald Schneider-Zinner wusste es aber besser und nach 19.Txb7! Sa5 20.Txg7 Kxg7 21.Tc7+ stand er klar besser, denn nach 21...Tf7 22.Lxh6+ Kg8 23.Tc5 Sb7 24.Tc6 steht Weiss prächtig. Das von Martin Neubauer gewählte 21...Kh8 verliert allerdings nach 22.Ld2 den Springer auf a5.
Weiss am Zug
b7 scheint unantastbar

Alvir veropfert


Weiss am Zug
Alvir Aco spielte gegen Mario Sandhu ein zweischneidiges Läuferopfer, setzte in der Diagrammstellung mit 24.Te5 aber fehlerhaft fort, denn mit 24...Dd7 werden alle Drohungen abgewehrt.

Aber wie geht es stattdessen weiter? 24.Tg3 Dg5 25.Dxg5 hg5 26.Txg5 mit vorläufig 3 Bauern für die Figur scheint nicht ganz so gut zu sein wie 24.Dg6 Dg5 25.Tg3 Dxg6 26.hg6!, wobei die beiden Bauern f6 und g6 stark wirken. Es kann folgen 26...Ld6 27.Th3 Lf4 28.Tf3 Lg5 29.Sg3 mit unklarer Stellung.

Ein Zug zuvor wäre auch 23.Dg6 statt 23 ef6 e.p. überlegenswert gewesen.

Martin Eder opfert wieder

Martin Eder schlägt nochmal zu! In einer unkonventionellen Eröffnung opfert er wiederum einen Bauern, siehe Diagramm 1. Obwohl auch noch der Lc4 entfernt wird, bekommt Martin Druckspiel, woraufhin Wolfgang Schwaninger im 14. Zug patzt, siehe Diagramm 2.


Bauer e5 wird geopfert

14...e5?

Die anderen Burgenländer

Roland Schweda wählte gegen Peter Roth im Sizilianer mit Lb5 eine schlechte Eröffnungsvariante und kann mit Remis zufrieden sein.

Andreas Bachofner gewinnt gegen das Französisch von Andreas Raffalt.

Richard Stranz und Tibor Knoflicek trennten sich im ausgeglichenen Doppelturm-Endspiel mit einem Remis.

Daniel Herbst hatte nicht seinen besten Tag und ging gegen Florian Loidl gar mit Weiss unschön unter.

Christian Bachofner und Wendelin Sprenger trennen sich rasch mit Remis.

Die Burgenländer machten heute also 3 1/2 Punkte aus 6 Partien und in der Rangliste liegen 5 Burgenländer besser als sie laut ELO liegen müssten.

Kurze Anmerkungen

Christian Weiss stand gegen Heimo Titz zuerst schlechter (warum nicht 32...Dxb2 statt Dd4+?), dann klar besser, als er dann im 50.Zug seine große Hoffnung, den Freibauern auf der 7.Reihe, mit 50.d8D??, glatt einstellte!

Gegen den aufstrebenden Harald Genser gab der erfahrene Franz Hölzl mit 23.Sg3 einen Bauern für ein tolles Springerfeld. Der Angriff schlug aber nicht durch und Harald konnte in einem Turmendspiel den Mehrbauern verwerten.


13. August - 4. Runde

Schnelles Remis am Spitzenbrett

Trotz der aus Königsindisch entstandenen Stellung mit beiderseitigen Chancen trennten sich Georg Danner und Niki Stanec bereits nach 16 Zügen mit Remis.

Kampfremis bei Sommerbauer gegen Baumegger


Das Bauernopfer.
Weiss am Zug


1 Zug vor dem Remis.
Weiss am Zug

Ein spannendes Bauernopfer mit Schwarz im Sizilianer brachte Staatsmeister Siegfried Baumegger aufs Brett, siehe Diagramm 1.

Nach den weiteren Zügen 14.fg5 Sce5! 15.Le2 b4 16.Sb1 hg5 17.Lxg5 Lb7 18.Td4?! a5 19.Tf1 Lg7 hat Schwarz mehr als genügend Kompensation für den Bauern und ein rascher Königsangriff ist gewiss. Die Reaktion auf 20.Lb5 mit 20...0-0, wodurch 21.Le7 ermöglicht wird, scheint aber nicht die beste gewesen zu sein. Bereits hier hatte Siegfried aber nur mehr etwa 20 Minuten auf der Uhr.

Nach 21...a4 (Diagramm 2) stellt sich die Frage, wie 22.Lxd6 ab3 23.Lxc7 ba2 einzuschätzen ist, da Schwarz zwar die Dame zurückbekommt, aber auch Sd7 hängt. Dieser ist nach 24.Lxd7 Sxd7 aber unantastbar, da nach 25.Txd7 a1D der Bauer b2 mitsamt starken Drohungen hängt.

Mit dem von Norbert Sommerbauer besser gewählten Zug 22.S3d2 bot er in dieser unklaren Stellung Remis und Siegfried akzeptierte mit nur mehr 8 Minuten auf der Uhr.

Niki Stanec meinte, dass Schwarz besser stehen sollte, ...d5 in Betracht käme, um mit dem Läufer auf Lxf8 zu nehmen - aber aufgrund der geringen Zeit die Umsetzung des Angriffes schwer gewesen wäre.
Die meisten Computerprogramme sehen das interessanterweise ganz anders, da bemerkt man wieder, wie recht Georg Danner hat, dass man nicht jede Stellungseinschätzung der Computer (aber auch nicht der Menschen) blind glauben soll, vor allem, wenn es darum geht, ob ein Königsangriff "durchgeht".

Christoph Karner findet studienhaftes Matt

Christoph Karner überlegte nach dem 9.Zug von Heinrich Eisterer so lange, dass ihm für die restlichen 30 Züge bis zur Zeitkontrolle nur mehr 30 Minuten verblieben.

In einer rechenintensiven Partie geriet Christoph nach verteilten Chancen in klar schlechtere Stellung. Knapp nach der Zeitkontrolle, bei einem Königsangriff ohne Damen, bei dem Heinrich mit 40...Lh6 statt 40...h6 falsch reagierte (Diagramm 1) und auch die 2. Überlebenschance mit 41...Tg2 auslies, wendete sich aber das Blatt!

Obwohl Schwarz mit Schach (!) eine Dame bekommt und der weisse König sich mitten am Brett befindet, kann er das Matt nicht verhindern! Eine studienhafte Stellung!


41.Se8! Lh6?


Schwarz kann nach Kc5! das Matt nicht verhindern.

Die Burgenländer

Roland Schweda und Eva Moser wären in eine Zeitnotschlacht geraten und trennen sich davor mit Remis bei etwas besserer Stellung für Eva.

Andreas Bachofner remisiert mit Schwarz rasch gegen Peter Fauland.

Richard Stranz hatte noch zuviele Züge für zuwenig Sekunden und auch Daniel Herbst verlor durch Zeitüberschreitung im 40. Zug!

Martin Eder gewinnt gegen Helmut Waller nachdem er im Mittelspiel einen Bauern für etwas Kompensation opferte. Endlich wurden seine guten Leistungen mit einem vollen Punkt belohnt.


12. August - 3. Runde

Niki Stanec und der Königsflügel

Auch diesmal spielte Niki Stanec im Zentrum und zum dritten Mal griff er in Folge am Königsflügel an. Dadurch entstehen besonders sehenswerte Partien. Langsam, aber effektiv erhöht er den Druck am Königsflügel und Kurt Fahrner war bereits Opfer Nr.3 von Niki.

Der regierende Staatsmeister wieder vorne dabei


Schwarz am Zug
Nur mehr drei Spieler haben alle drei bisherigen Partien gewonnen: Niki Stanec, Georg Danner und der Vorjahressieger Siegfried Baumegger. Im Sizilianer zeigte Siegfried Baumegger einen interessanten Angriff mit Damenüberführung auf g3 über d3.

In der Diagrammstellung steht Thomas Pfaffel bereits schwierig, nach 16.Sf5 kommt nun aber mit 16...Lxf5 der entscheidende Fehler.

Heisser Eröffnungsfight bei Sommerbauer-Wallner

Schon nach wenigen Zügen war bei der Partie Norbert Sommerbauer gegen Joachim Wallner ein heisser Kampf am Brett. Weiss erhielt schliesslich eine klar bessere Stellung und Norbert gewann Bauer um Bauer und auch die Partie.
Weiss am Zug

Roland Schweda überrollt seinen Gegner mit Schwarz

In einem Königsinder spielte Rene Wukits 14.h3 und die schwachen schwarzen Felder vor dem weissen König wurden in Folge geschickt von Roland Schweda ausgenutzt.

Der stärkste Burgenländer ist somit mit 2 1/2 Punkten vorne mit dabei.

Andreas Bachofner besiegt Martin Eder

In einer Skaninavischen Partie, die Caro-Kann-Charakter bekam, machte Martin in Zeitnot ausgerechnet im letzten Zug vor der Zeitkontrolle den entscheidenden Fehler und verlor eine Qualität.

Richard Stranz und die Zeitnot

Richard Stranz konnte in der Lb5-Variante im Sizilianer wieder die bessere Stellung erreichen, allerdings bekam er Zeitnotprobleme und die Partie gegen Michael Gerhold endete mit einem Remis.

Daniel Herbst in Siegerlaune

In einer druckvollen Stellung von Daniel Herbst opferte Alexander Schmidlechner die Qualität, das ihm allerdings auch nicht viel half.

Christian Bachofner vergibt gute Stellung


Weiss am Zug:
wie sieht es mit 22.Lxe6 aus?
Auch Christian Bachofner lieferte gegen Florian Loidl eine gute Partie, blieb aber glücklos.

In der Diagrammstellung vergab er seinen Vorteil mit 22.Lxf6 und Schwarz steht besser, da die Zentralbauern in Schwung kommen.

Vor dem Schlager Danner-Stanec

Die erste große Schlagerpaarung! Niki hat die höhere ELO-Zahl, Georg ist mit Weiss eine Macht - das wird eine spannende Angelegenheit!

Auch die Paarung Norbert Sommerbauer, Nr.3, gegen den Vorjahressieger Siegfried Baumegger ist heiss.

Der stärkste Burgenländer, Roland Schweda, spielt gegen Österreichs Dame Nr.1, Eva Moser - auch dies wird interessant!

Geselliges Beeinander nach den Partien

Nach den Partien wird vor allem im Raum rund um die Bar analysiert, geplaudert, gegessen, getrunken und auch Würfelpoker gespielt. An heissen Tagen ist der angrenzende Balkon ein beliebter Treff.

Souveränes Schiedsrichtertrio

Die stets mit Krawatte verzierten Schiedsrichter Stubenvoll, Fleischhacker und Winkler haben die Turniere fest im Griff und arbeiten nebenbei noch fleissig an der Eingabe der fertigen Partien!

11. August - 2. Runde

Niki zeigte sein Endspielkönnen


Schwarz am Zug
Der effektiven Endspielführung von Niki Stanec zuzusehen, war ein Genuss. Er zeigte vor, wie ein Mehrbauer schnell verwertbar ist.

In der Diagrammstellung hat Niki zwar einen Mehrbauern, aber der h6-Bauer ist rückständig und Weiss hat auch noch den aktiveren Turm. Dennoch bricht die weisse Stellung nun schnell zusammen:
49...h5! 50.gh5 g4! und die Situation ändert sich schlagartig!

Der erste Faller eines Mitfavoriten

Der Nr.2, Christian Weiss, ging es diesmal hingegen gar nicht gut. Im frühen Mittelspiel übersah er eine einfache Kombination und verlor einen Bauern, wodurch in der Folge ein Endspiel mit beiderseits Dame und Turm bei Minusbauern und passiverer Stellung entstand. Hermann Knoll spielte den Vorteil souverän nach Hause.
Die erste Niederlage eines Top-10-Spielers ist damit besiegelt.

Der Fehler: 12.c5?

Zeitnotschlacht

In der Partie Herbert Zöbisch gegen Eva Moser waren beide in Zeitnot, es passierte dabei aber kein grober Schnitzer.
Aufgrund des Protokolls von Herbert Zöbisch war nicht ersichtlich, ob nach "Fallen der Klappe" bereits 40 Züge absolviert waren. Schiedsrichter Werner Stubenvoll hatte aber mitprotokolliert und somit gab es nicht das geringste Problem.
Eva Moser konnte die Partie danach noch für sich entscheiden.

"Ich benötige eine 2.Dame"


Schwarz am Zug
Bereits nach etwa eineinhalb Stunden wollte Wendelin Sprenger von den Schiedsrichtern eine 2. Dame! Hatte Georg Danner gepatzt, dass derartiges möglich war? Ganz im Gegenteil, die Partie war wohl die schönste der Runde!

Starke Partie von Roland Schweda

Der Wiener Neustädter Robert Wiedner wich in Benoni relativ früh von der Theorie ab, dies sollte sich aber nicht bewähren, Roland Schweda erlangte großen Raumvorteil und Übergewicht im Zentrum, wodurch sich seine Drohungen häuften. Die Partie stellt ein schönes Beispiel dar, wie man einen derartigen Vorteil mit genauen Zügen ausnutzt.

Martin Eder versäumte Dauerschach

Der kombinatorisch enorm starke Joachim Wallner ließ Martin Eder in guter Stellung überraschenderweise leben, wie Martin erzählte, und Martin übersah dann leider die Möglichkeit eines Dauerschachs.

Die weiteren Burgenländer

Wie gnadenlos die Auslosung ist, zeigt, dass ausgerechnet die Brüder Andreas und Christian Bachofner aufeinandertrafen. Es gab ein schnelles Remis.

Richard Stranz spielte mit Schwarz gegen Kurt Fahrner gut mit, durch einen Fehler im 29. Zug ermöglichte er seinem Gegner aber in leicht gedrückter Stellung eine Kombination, wodurch die ganze Stellung zusammenbrach.

Daniel Herbst kam durch zuwenig Eröffnungskenntnisse gegen die Nr.4 des Turniers, Markus Wach, leider schon durch seinen 7. Zug ins Hintertreffen, der IM bekam einen gedeckten Freibauern als Plus, das natürlich reichte. Schade, dass Daniel diesmal garnicht ins Spiel kam und dadurch gegen Markus sein Talent nicht zeigen konnte.

Die Handschrift

Da vom Schiedsrichter-Team und zeitweiligen Helfern sämtliche Partien per Computer erfasst werden, spielt die Lesbarkeit der mitgeschriebenen Züge eine wichtige Rolle.

"Sünder Nr.1" ist hier IM Wittmann, durch dessen mitprotokollierte Züge, wenn man das noch so nennen kann, niemand seine Partie eingeben konnte.

Da aber von beiden Spielern das Protokoll vorliegt, funktionierte es aufgrund der von seinen Gegnern lesbar geschriebenen Züge bisher ja doch noch.

Die Vorteile der schnellen Erfassung

Das Schiedsrichter-Team erfasst die Züge möglichst sofort nach Beendigung der Partie und die Spieler bekommen ihre Formulare schnell wieder zurück. Durchschlagspapier und doppeltes Papier wird dadurch gespart.


10. August - 1.Runde

Die Stars

Von den Top 10 gewannen sieben und remisierten drei, nämlich Wach, Alvir und Mahdy.

Nikolaus Stanec (im Bild rechts sitzend bei der Eröffnung, davor stehend: Schiedsrichter Werner Stubenvoll) spielte seine solide Englische Eröffnung und bekam im Zentrum und am Königsflügel Übergewicht, das er mit einem schönen Königsangriff verwertete.

Bei der Partie von Norbert Sommerbauer kann man herrlich sehen, wie sich ein Mehrbauer am Damenflügel auswirken kann.

Robert Wiedner hatte eine leicht bessere Stellung gegen das Benoni von Khaled, fürchtete sich nicht vor einem Doppelbauer vor seinem König und sollte damit recht behalten. Roberts Läuferpaar war aber in der geschlossen Bauernstruktur nicht verwertbar und letztlich konnte im Endspiel kein König mehr durchdringen und die Partie endete remis.

Die Burgenländer

Das mit Schwarz schwer zu bekämpfende Londoner System (Aufbau d4,Sf3,Lf4,c3,e3) erleichterte Roland Schweda nicht gerade das Streben nach Gewinn und er ersann einen kreativen, aber zweischneidigen Plan mit Lh6 um die Partie zu verschärfen.

Nach der Partie meinte er, dass statt des Wiedernehmens auf d2 15.fxg6 für Helmut Kreindl erfolgsversprechend gewesen sein könnte. Die lt. Computer stärkste Erwiderung 15...f6 16.Dh5 Lxe3+ 17.Kh1 h6 18.g7! Se4! scheint aber das Opfer zu widerlegen.

In der dennoch leicht schlechteren Stellung konnte Roland gegen den stark spielenden Gegner ein Remis erreichen.


Ist 15.fg6 stärker als 15.Dxd2?

Andreas Bachofner ließ sich auf einen schwer zu berechnenden Qualitätsgewinn ein und hatte in dem darauffolgenden Geplänkel das Nachsehen.

Der Gegner von Daniel Herbst, Herwig Pilaj, stellte seine Partie nach langem offenen Kampf einzügig ein (ja, auch Fide-Meister sind nur Menschen) und Martin Eder spielte nach seiner guten Landesligasaison gegen seinen favorisierten Gegner Klaus Neumeier wiederum respektabel und remisierte. Auch Christian Bachofner remisierte gegen einen ELO-stärkeren Widersacher, nämlich Leo Kwatschewsky.

Die schönste Partie hatte meiner Meinung nach Richard Stranz, der im Sizilianer die derzeit auch im Großmeister-Schach häufig gespielte Lb5-Variante wählte und in einen genau geführten Königsangriff zuerst durch zwei weniger hochwertige Züge von Toni Wallis in gedrückter Stellung (statt des Tempoverlustes 10...Sg4 wäre eher Lg4 in Frage gekommen und das anschließende 11...d5 gab Richard endgültig einen Vorteil) die Qualität erkämpfte, durch seinen glänzenden Zug 18.g4! Gegenspiel verhinderte und dann durch weiteres Druckspiel und einer geschickten Überführung des Springers nach e5 die Partie schnell entschied.

Weiters aufgefallen

WGM Eva Moser erreichte mit Weiss mit dem "zentrumsscheuen" Aufbau Sf3-g3-Lg2-d3-c3 trotz Favoritenrolle gegen Manfred Raffalt nur ein Remis.

Werner Posch hatte Armin Kranz schon an die Wand gespielt, wickelte in ein Endspiel 2 Springer gegen Turm ab, doch ein Springer konnte gefangen werden und so hatte Werner gar noch das Nachsehen. Werner war in der entscheidenden Situation auch in Zeitnot.

Georg Danner misstraut Fritz und Co

Georg erzählte von den vielen schwachen Computerzügen, die seiner Meinung nach stark überbewertet werden. Es wären zwar gute aussergewöhnliche Züge dabei, aber man solle doch auf keinen Fall allen 60 Zügen einer Partie seinen Vorschlägen trauen. Die gute Blitzleistung der Computerprogramme entstehe vor allem durch die eher schweren menschlichen Fehler bei wenig Bedenkzeit.

Der Profi

Auf die Frage, ob es ihm gefalle, Schachprofi zu sein, meinte Niki Stanec: "Klar, solange ich gewinne..."

Umsatz

Der Verantwortliche des Sporthotels zeigte sich über den nach der ersten Runde erzielten Umsatz positiv überrascht und gerüchteweise soll ihm schon vorher erklärt worden sein, dass die alkoholischen Getränke gut ankommen werden. Vermutlich ist man das in einem Sporthotel nicht so gewohnt.

Also, liebe potentielle Veranstalter - aufgepasst: eine Schachveranstaltung rentiert sich!


Vorgeplänkel

10. August

Der Saal

Dass das Sporthotel Kurz garnicht kurz ist, zeigte schon mal der lange Weg über Treppen und Gänge in den riesigen Veranstaltungssaal. Um sich während der Partie mit Getränken zu laben, galt es sonach über Gänge weit bis zur Bar zu latschen. Auch der Analyseraum, von dem viele garnicht wussten, dass es ihn gibt, war irgendwo weit weg versteckt. Langsam wird klar, wie in einem Sporthotel die Bewegung aussieht. *gg*

Zumindest soll es ab der 2. Runde direkt neben dem Spielsaal einen Raum für Analysen geben. Positiv war neben der Größe des Spielsaals auch die Kühle. Die Mitarbeiter des Hotels waren zudem sehr freundlich und die hohe Qualität des Hotels fällt ebenfalls sofort auf.

Wo sind die Damen?

Eine dermaßen geringe Teilnehmerinnenzahl - 8 - bei der offen Damen-Staatsmeisterschaft hatte wohl niemand erwartet. Die ersten 6 Plätze qualifizieren sich für die geschlossenen Staatsmeisterschaften im kommenden Jahr. Mira ist vorqualifiziert, also reicht auch noch der 7. Platz unter 8 Teilnehmern - und möglicherweise sogar der letzte Platz, falls jemand davor ausfällt!

WIM Helene Mira (Foto) ist Favoritin, WMK Maria Horvath die Herausforderin Nummer 1.
WGM Eva Moser spielt ja bei den Herren mit.

Zuvor waren die Damen noch von IM Georg Danner ausgezeichnet und auf witzige Weise trainiert worden, wie Eva Unger meinte, die aus Urlaubsmangel leider das Burgenland nicht vertreten kann. Dass auch die burgenländischen Jugendlichen Anne Kast, Evelyn Rampler und die nun als Erwachsen eingestufte Verena Tschida fehlen, ist schade.

Auf die Herren ist Verlass

78 offizielle Teilnehmer (ein paar Partien wurden dennoch kampflos gewonnen) mit für ein offenes Turnier hohem ELO-Schnitt, zeigt, dass Schach in Österreich mehr als lebt.

7. August

Machachek "Didi" Löschnauer

Nachdem der eigentlich vorgesehene Ausrichter abgesprungen ist, übernahm schönerweise Panasonic Sieggraben gemeinsam mit dem Schachverband Burgenland die schwierige Aufgabe, die offene Staatsmeisterschaft und die Damenstaatsmeisterschaft zu organisieren. Am meisten hat sich Dietmar Löschnauer zu plagen und ihm ist es daher hauptsächlich zu verdanken, dass diese höchkarätige Veranstaltung endlich im schönen Burgenland stattfinden kann.

Robert Zsifkovits

Auch BSV-Präsident Ing. Robert Zsifkovits setzte sich dafür ein, dass die Ausrichtung der Staatsmeisterschaften an das Burgenland vergeben werden.

Vom BSV wirken weiters Webmaster Johannes Ruisz und ich als Spitzenschachreferent mit. Landesspielleiter Christian Fleischhacker ist als Schiedsrichter dabei.

Schach wird wichtiger

Dass die Sportministerin Dr. Susanne Riess-Passer, der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl, Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Franz Steindl, Bezirkshauptmann WHR Dr. Helmut Reiter und Bürgermeisterin Anneliese Schmucker den Ehrenschutz übernehmen, zeigt, dass Schach bei uns wieder wichtiger wird.

Dass eine Schachspielerin, nämlich die Golserin Anne Kast, sich vor kurzem als jugendliche Schachspielerin vor den Sportlerinnen aller anderen Sportarten reihen konnte, deutete zumindest im Burgenland ja bereits auf den Aufstieg hin.

Der Favorit

Favorit ist auch heuer Niki Stanec, der nach mehreren Erfolgen allerdings im Vorjahr bei den Staatsmeisterschaften vom Überraschungssieger Siegfried Baumegger übertrumpft wurde.

Niki kann um über 100 ELO-Punkte mehr aufweisen als seine nächsten Verfolger und dies sind im Spitzenschach Welten. Wohl nur bei schlechter Form bei gleichzeitigem "Lauf" eines anderen Spielers könnte Österreichs Aushängeschild zu biegen sein.

Die stärkste Dame, Eva Moser, nimmt auch heuer wieder bei den "Herren" teil, wodurch einerseits die Damenstaatsmeisterschaft etwas an Wert verliert. Andererseits sind zahlreiche starke Damen am Start und dass eine Dame sogar so gut ist, bei den Herren erfolgreich mitzuspielen, zeigt ja auch, wie sehr das Damenschach in Österreich aufgeholt hat.

Die "echten" Burgenländer

Was mich als burgenländischer Spitzenschachreferent freut: Das Burgenland ist stärker denn je vertreten, von den ELO-stärksten "echten" Burgenländern Roland Schweda, Andreas Bachofner, Gerald Berghöfer und Richard Stranz nehmen ausser mir alle teil, meine Wenigkeit ist - wie auch an diesen Zeilen zu sehen - organisatorisch aber ebenfalls mit dabei. Ausserdem sind die aufstrebenden Spieler Daniel Herbst (Jugendstaatsmeister) und Martin Eder zu beachten.

Die "unechten" Burgenländer

Erfreulicherweise sind sogar vom erweiterten Favoritenkreis noch mehrere Spieler bei burgenländischen Vereinen gemeldet. Zuvorderst sind zu erwähnen: der für Wulkaprodersdorf spielende Norbert Sommerbauer, der ab heuer Pamhagen verstärkende Alvir Aco und Helmut Kummer, der bei Sieggraben spielen wird.

Norbert Sommerbauer

"Warum spielst Du bei den Staatsmeisterschaften mit?"
Norbert: "Bei Staatsmeisterschaften sollten Spitzenspieler dabei sein, ausserdem gibt es attraktives Preisgeld, das diesmal nicht von starken Ausländern abgeholt wird.
Weiters bekommt man je nach Platzierung von 1-6 60 bis 10 Kaderpunkte, die gemeinsam mit der nationalen und internationalen ELO-Zahl gewertet werden, um bei internationalen Bewerben entsendet zu werden."

"Wer ist für Dich Favorit?"
Norbert: "Ganz klar: Niki Stanec, der Schach professionell betreibt."

Roland Schweda

"Ich bin in guter Form und strebe einen vorderen Platz an", meint das Ass aus dem Burgenland, das nach einiger Zeit wieder der Ehrgeiz gepackt hat.

Roland hatte gute Ergebnisse in der Staatsliga B und gab in der burgenländischen B-Liga nicht einmal einen halben Punkt ab. Auch beim stark besetzten Turnier in Sieggraben konnte er zuletzt einen grandiosen Sieg erringen.

Detail am Rande: Da Roland vor kurzem eine Trainingspartie gegen mich verlor, freut es ihn, dass ich nicht mitspiele ;-)


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