Wolfgang Wertenbroch:

Schach in der Grundschule

Bergedorfer Kopiervorlagen

Persen Verlag
Rezension von Gerald Berghöfer

Die Idee ist gut: Schüler ab der 2. Schulstufe bekommen ein mit Schach-Zeichnungen aufgelockertes Arbeitsblatt mit aufbauendem Lehrstoff zu Schach, wobei sie ihr neu erworbenes Wissen sogleich niederschreiben können.

Insgesamt sind es 31 Vorlagen zu den Regeln samt Mattsetzen und weitere 17 Vorlagen, um besser spielen zu lernen. Motivierend sind die zusätzlichen Einklebetexte für die freien Flächen auf den Arbeitsblättern, welche die Schüler nach erfolgreicher Bearbeitung einer oder mehrerer Aufgaben erhalten und auch sicherlich lesen. Dieser Text enthält interessante zusätzliche Informationen zum Thema.
Die Einklebetexte sind auf 5 Blättern enthalten, werden vom Lehrer ebenfalls kopiert und je nach gebrauch ausgeschnitten und an den Schüler weitergegeben.

Auch die Lösungen zu den Arbeitsblättern sind in der Mappe enthalten.

Beim Aufbau der Stoffvermittlung weicht von den meisten anderen Einführungen zum Schach insofern ab, dass zu Beginn auf die Darstellung der Spielregeln verzichtet wurde. Stattdessen wird zuerst das Spielfeld und dann der König und der Turm mit deren Gangarten kennengelernt, um sofort zum Spielziel vorzudringen, dem Mattsetzen. Erst danach kommen die weiteren Figuren und Regeln an die Reihe.

Das Mattsetzen mit immer mehr Figuren macht auch Spaß und so erarbeitet sich der Schüler nach und nach eine ganze Schachmappe, die später auch noch mit Partieformularen, Schachrätseln oder weiteren Schachmaterialien aus dem Internet erweitert werden kann.

Hinweise über die sinnvollen Zeitspannen zwischen den Arbeitsblättern liegen keine vor. Die Aufnahmefähigkeit ist je nach Alter unterschiedlich - jede Woche ein bis zwei Blätter sollte also auch bei den Schülern der 2. Klasse kein Problem darstellen, wodurch der Lehrstoff in einem Jahr selbsttätig erlernt wäre. Es hängt auch viel davon ab, wie viel die Kinder in ihrer Freizeit miteinander Schach spielen, denn dadurch wird das Gelernte am besten gefestigt.

Wie gut wird die Idee von Schülern angenommen?
Nun, ein mir bekannter Lehrer, der die Vorlagen verwendet, lobte das System und meinte, es mache den Schülern Freude. Jüngere Kinder brauchen allerdings relativ lange, um die Blätter selbst auszufüllen und dabei hängt die Freude am Schach dann vielleicht mehr davon ab, wie gerne sie ausfüllen, als wie gerne sie Schach lernen.

Andere Schachtrainer meinen wiederum, dass rasche Wissensvermittlung nicht das Problem sei, also es auch keine Überforderung darstelle, wenn die Schüler in wenigen Stunden die Gangart der Figuren samt Regeln vermittelt bekommen, und die Kinder sogar gerne mit allen Figuren spielen möchten - so wie sie es bei anderen gesehen haben. Der frühere Schachweltmeister Emanuel Lasker veranschlagte (für Erwachsene oder Jugendliche, die schneller aufnahmefähig sind) in seinem Lehrbuch fünf Stunden für die Grundregeln samt Mattsetzen.

So mag sich jeder selbst seine Meinung bilden. Die Idee mit der aufbauenden Mappe samt Einklebetexten kommt jedenfalls gut an.

Wolfgang Wertenbroch:

Schach in der Grundschule

Bergedorfer Kopiervorlagen für Lehrer

Diese 54 ausfüllbaren und kindgerecht illustrierten Vorlagen ermöglichen es Schülern ab der 2. Schulstufe alleine oder mit einem Partner Schach zu lernen. Auf jedem Blatt erfährt das Kind neue Schachkenntnisse und kann sein Wissen sogleich niederschreiben. Stoff: Regeln und Hinweise zum Spiel.

Sondereinband (Flügelmappe) - Persen
Erscheinungsdatum: 2004
ISBN: 3893584862
EUR 19,90
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