Mark Uniake:

HIARCS 10

Vertrieb: ChessBase
Rezension von Gerald Berghöfer

Mark Uniacke setzt bei seiner Schach-Engine HIARCS 10 einerseits wiederum auf das bewährte Erweitern des Schachwissens, und die Fähigkeit, bei längeren Berechnungen noch tiefer in die Wahrheit einer Stellung vorzudringen, aber ausserdem auch auf einen aggressiveren Stil: Sehr interessant ist dabei für Spieler, die eher auf Initiative als auf Material setzen, die neue Fähigkeit von HIARCS 10, Angriffsmotive zu entdecken, lange bevor sie eine direkte Wirkung entfalten, also bevor sie durch "normales" Berechnen erkennbar sind.

Eine nochmalige Steigerung der Spielstärke resultiert auch aus der verbesserten Lernfähigkeit, wobei im Handbuch erklärt wird, wie dies vor sich geht: "Wenn das Eröffnungsbuch von der Festplatte geladen wird, lernt das Programm aus den gespielten Partien und schreibt Anmerkungen in das Buch. Mit Hilfe dieser Anmerkungen (Wichtungen) vermeidet Hiarcs 10 Eröffnungszüge, mit denen er schon einmal verloren hat und strebt solche an, mit denen er gewonnen hat." Bei den Buchfunktionen sind weitere Optionen einstellbar.

So wird HIARCS vor allem in den ersten paar hundert Partien durch "Buchlernen" stärker, später lässt u.U. dieser Effekt nach, falls eintönige Gegner (z.B. bei Engine-Turnieren) keine neu zu verstärkenden Varianten bringen und Hiarcs bei derselben Variante auch wieder auf die selbe Weise gewinnt und Hiarcs keine Notwendigkeit erkennen kann, die Variante weiter zu verbessern. Doch im abwechslungsreichen Fernschach sollte diese Funktion eine willkommene Hilfe sein.

Und noch eine gute Idee: Das spezielle Eröffnungsbuch von Eric Hallsworth und Mark Uniacke wurde deutlich erweitert und enthält auch Neuerungen und eine erweiterte Feinabstimmung auf die aktive Spielweise des Programms.

Die Engine "HIARCS" ist in die bewährte ChessBase-Oberfläche integriert, d.h. während der Bedienung sehen sich Fritz, HIARCS, Shredder und andere sehr ähnlich. Auch die neue fotorealistische 3D-Darstellung kann somit genutzt werden und die umfangreichen Analyse-, Datenbank-, Druck-, Hilfe- und anderen Funktionen sind wie bei Fritz 9 (siehe Bericht).

Die Spielstärke ist einstellbar und so ist HIARCS vom Anfänger bis zum Supergroßmeister eine Herausforderung. In voller Stärke (noch ohne Buchlernen) stehen HIARCS 10, Fritz 9, Shredder 9 und Fruit 2.2 auf ziemlich (oder fast) gleicher Stufe - die eine Stellung behandelt diese Engine besser, die andere jene. Bei Vergleichtests sollte aber beachtet werden, dass das sinnvolle "Buchlernen" eingeschaltet ist, und dass auch das spezielle Buch verwendet wird, sonst werden wesentliche Verbesserungen von HIARCS 10 nur wenig genutzt.

Für die Analyse dienen neben der tiefen Berechnung auch verschiedenen Analyse-Funktionen und die mitgelieferte Datenbank mit über einer Million Partien. Ausserdem können weitere Engines als Kiebitze geladen werden. Dazu noch ein Hinweis: Hat man schon andere ChessBase-Engines wie z.B. Fritz 9 installiert, so ist es überlegenswert, HIARCS 10 ins gleiche Directory zu installieren, damit mit einer Oberfläche beide Engines verfügbar sind (die andere Engine scheint dann mitsamt den mitgelieferten Engines in der Kiebitz-Liste auf).

HIARCS kann auch Chess960 (Fischer Random Chess), einer von Bobby Fischer propagierten Schachversion, bei der die Grundstellung ausgelost wird und so mehr das Denken als das Eröffnungswissen in den Vordergrund tritt.

Als ChessBase-Produkt ist auch bei HIARCS 10 für 12 Monate ein kostenloser Zugang zu Schach.de dabei und der englischsprachige Multimedia-Kurs für Anfänger sollte auch noch erwähnt werden.

Fazit:

Die integrierten Motive für weitsichtigeren Königsangriff erweisen sich als eine ausgezeichnete Idee. Der Lernmodus ist wiederum für das tiefere Kennenlernen einer Stellung eine wertvolle Hilfe und durch die zusätzliche ChessBase-Oberfläche und der Eröffnungs- und Partiendatenbank wird HIARCS zu einem umfangreichen Paket für Spieler aller Spielstärken.

ChessBase:

HIARCS 10

Sehr interessant ist die neue Fähigkeit von HIARCS 10, Angriffsmotive gegen den König zu entdecken, lange bevor sie eine direkte Wirkung entfalten, also bevor sie durch "normales" Berechnen erkennbar sind.

Die minimalen Systemvoraussetzungen: Pentium II mit 300 MHz, 64 MB RAM, Windows98 SE, Me, 2000, XP, DVD-ROM Laufwerk,
Windows-Media Player9 für die Anfängervideos
Medium: DVD-ROM
Hersteller: Mark Uniacke, ChessBase
Vertrieb: ChessBase Erscheinungsdatum: 2005
ASIN: 3937549714
dzt. Amazon-Preis: EUR 49,90
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