Susan Polgar, Paul Truong:

breaking through

How the Polgar Sisters Changed the Game of Chess

Everyman Chess
Rezension von Gerald Berghöfer

Sie kamen, sahen und siegten ... die Polgar-Schwestern. Doch es bleibt ein eigenartiger Beigeschmack - sie seien das Erzeugnis eines Art Experiments ihres Vaters, der seine Töchter von frühem Alter an in schachliche Bahnen lenkte. Ja, und sie seien sozusagen austauschbar, man könne auf diese Weise aus jedem Kind einen Großmeister machen.

Durch die von Susan gewährten Einblicke wird klar, dass der Vater vielmehr ungezwungen die Schwestern förderte, jede fing mit einem anderen Alter an, sich für Schach zu begeistern. Natürlich hatte Disziplin bei der Erziehung damals in Ungarn einen ganz anderen Stellenwert als heute bei uns, so war sinnvolles Training viel leichter durchzuführen.

Susan gewährt auch etwas Einblick in die Trainingsmethoden, erzählt u.a. von vielen taktischen Aufgaben. Wie es genau vor sich ging, darauf wird nicht näher eingegangen - anscheinend reichte ein diszipliniertes Training in dieser Form damals schon aus, um die Grundlagen zu schaffen, so gut werden zu können. Der Vater und Trainer war ja nur Hobbyspieler, aber auch Pädagoge - und so lässt sich dies vermuten. In den Schilderungen blitzen auch immer wieder ein paar interessante Details durch, etwa dass ein Monat mangelnde Lerndisziplin von Sophia ihrer kleinen Schwester Judith ermöglichte, sie im Fortschritt zu überholen.

Die Unterteilung des Buches geschah nach dem Alter der Schwestern, zuerst schildert Susan ihre eigene Kindheit und ihren Aufstieg. Dazu gibt es Turnierergebnisse, von Susan kommentierte eigene Partien und Schilderungen, wie sie mit bekannten Schachspielern wie Karpow, Kasparow, Anand und Fischer zusammentraf. Der mythische Weltmeister Bobby Fischer war in der Turnierszene schon lange nicht mehr aktiv und Susan gibt Geheimnisse preis, wie er nach Ungarn kam und was danach passierte.

Genauso erzählt sie von ihren Schwestern, wie etwa Judith bereits in ausgezeichnet funktionierendes schachliches Umfeld geboren wurde und bald gemeinsam mit ihrer Schwester Sophia trainierte. Natürlich kommt auch Judiths Match gegen Kasparov vor, wie dieser etwas tat, was man kaum glauben möchte...

Zwischendurch werden auch immer wieder kommentierte Partien gebracht, welche die Berichte über die guten Ergebnisse würziger machen. Auch Fotos dürfen natürlich nicht fehlen - auf einem sieht man die Familie mit der riesigen Schachbibliothek im Hintergrund.

Am Ende des Buches befinden sich vier kürzere Kapitel über "As a Familie", "The Ultimate Breakthrough", "Women's Chess: Questions, Comments and Answers" und "Special Women's World Chess Champions". Für die Suche gib es dann noch einen Index der Gegner und einen Eröffnungsindex.

Fazit:

Susan Polgar gibt vielfältige Einblicke in das Leben der drei aussergewöhnlichen "Schach-Schwestern", die das Ansehen des Frauen-Schachs weltweit veränderten. Auch die zahlreichen kommentierten Partien sind Leckerbissen.

Susan Polgar, Paul Truong:

breaking through

Kindheit, Karriere und kommentierte Partien der drei Schwestern aus Ungarn, die zeigten, dass auch Frauen an die Weltspitze vorstoßen können.

Sprache: Englisch
Gebundene Ausgabe - 320 Seiten - Everyman Chess
Erscheinungsjahr: 2005
ISBN: 1857443810
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