Schach-Ritter Logo Alles klar?

Je stärker die Spieler, desto weniger regiert der "Zufall", ob eine günstige oder ungünstige Stellung erreicht wird. Die Stellung befindet sich im Gleichgewicht (ganz leicht durch den Anzugsvorteil von Weiß verschoben) und würden nun beide Spieler unverfängliche, sozusagen unschuldige Züge tätigen, so endet die Partie remis (=unentschieden). Doch das ist leichter gesagt als getan!

Zuerst kommt es einmal auf die Aufmerksamkeit an. Vielen Kindern fehlt die nötige Zurückhaltung, sich zumindest äusserlich den nötigen Überblick zu verschaffen, womit alle einzügigen Fehler vermieden oder jene vom Gegenüber gefunden werden würden.

Dann kommt einfaches logisches Denken samt einfachem Vorausberechnen hinzu. Man lernt taktische Grundmuster kennen, die später oft kombiniert vorkommen. Diese können gelernt werden und sollen dann auch in der Partie gefunden werden. Alleine dadurch kann man schon eine relativ hohe Spielstärke erreichen. Das Meisterniveau verlangt noch weit mehr. Jetzt gilt es langfristig nachhaltige Strategien zu finden! Schwierig ist etwa, in dynamischen Stellungen verschiedene Stellungsmerkmale beider Seiten gegeneinander abzuschätzen.

Dazu kommt weiteres Fachwissen. "Knotenpunkte" (Stellungen, die ich einschätzen kann) helfen, dass ich weiss, wohin ich meine Gedanken bündeln soll. Fehlen solche, müsste man viel weiter rechnen können, was bei begrenzter Bedenkzeit meist unmöglich ist, oder man kann mangelndes Wissen durch ein ausgeprägtes Harmoniegefühl kompensieren, wie Figuren optimal zusammenwirken, und findet dadurch gute Lösungen.

So braucht man im Schach also einerseits Eigenschaften und Fähigkeiten, die auch für jedes andere Gebiet nutzbar sind, andererseits die Kenntnisse zuvor analysierter Stellungen.